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Esther Hunziker Gestaltung





Category: Architecture, Sao Paulo | Post from: 15/08/2011


http://cityoutdoor.org/sao-paolo-advertising-goes-underground

Lei Cidade Limpa

Sao Paulo ist weltweit die erste Metropole ohne Werbung. Mit großer Mehrheit wurde im September 2006 beschlossen, öffentliche Werbung zu untersagen. Elektrische und elektronische Medien, Leuchtreklamen, Flugblätter, Bus- und Taxiwerbung, Werbetafeln und sogar von Flugzeugen gezogene Werbebanner wurden aus der Satdt verbannt. Erstmals wurde die kapitalistische Selbstverständlichkeit in Frage gestellt, dass der öffentliche Raum für private kommerzielle Interessen herhalten muss.

«The Clean City Law came from a necessity to combat pollution … pollution of water, sound, air, and the visual. We decided that we should start combating pollution with the most conspicuous sector – visual pollution.»
Bürgermeisters Gilberto Kassab

«Wer die visuellen Codes der neoliberalistischen Ideologie im Stadtbild kritisieren will, muss auf einer grundsätzlichen Ebene antreten – das kann nur die Legislative leisten. Dafür gibt es, als Reinigung nicht bloß einer Geschäftsstraße, sondern einer ganzen Stadt, ein prominentes Beispiel: São Paulo – der brasilianische 20-Millionen Beton-Moloch mit hohem Verkehrsaufkommen – wurde im Jahr 2007 durch das ‹Lei Cidade Limpa› (Gesetz der sauberen Stadt) des neu gewählten Bürgermeisters Gilberto Kassab praktisch von einem Tag auf den anderen werbefrei gemacht. Die Logos und Aufschriften an den Fassaden mussten verschwinden, alles was über eine bestimmte Größe hinausging: die Plakate, die Schilder sowie die riesigen Leuchtreklamen. Faszinierte Beobachter sprachen von einer Rückkehr der Nacht. Solches kann nur mittels politischer Macht umgesetzt werden.

Im Sinne eines ‘ästhetischen, kulturellen und ökologischen Wohlergehens’ der Stadt wurde das neue Gesetz drastisch vollzogen. Die von der Außenwerbung befreite Stadt wirkte wie von einer Maske befreit – was den Bewohnern gefällt. Das Gesicht der Stadt war wieder das der Architektur, nachdem die Werbekosmetik verschwand. Wie der brasilianische Filmregisseur Fernando Meirelles (u.a. City of God, Blindness) dazu sagte: ‘Endlich kann ich die Stadt sehen, statt sie permanent lesen zu müssen.’»

Frank Hartmann ‘Über Graffiti. Urbane Öffentlichkeit zwischen Subversion, Kunst und Kommerz.’
http://www.recherche-online.net/frank-hartmann-graffiti.html

Die Werbung aus der Stadt ist verschwunden, – Platz für Pixaçãoes… → Sao Paulo Pixaçãoes

 


http://helvioromero.wordpress.com/cidadelimpa-quepena

 


http://muack.es/pixacao/88

 


© Tony de Marco, http://flickr.com/photos/tonydemarco/sets/72157600075508212/with/463676400

 


© Tony de Marco, http://flickr.com/photos/tonydemarco/sets/72157600075508212/with/463676400

 


© Tony de Marco, http://flickr.com/photos/tonydemarco/sets/72157600075508212/with/463676400

 


© Tony de Marco, http://flickr.com/photos/tonydemarco/sets/72157600075508212/with/463676400

 


Cidade Limpa – São Paulo

 


Ad Ban in São Paulo

 
 


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